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Arbeitsgruppe wissenschaftliche Weiterbildung - AGWW
Ein Verbund hessischer Hochschulen
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Agile Hochschuldidaktik: intensivierte Interaktion, starke Zielerreichung

Einladung:
Lehr-/Lernprozesse – auch! – situativ bzw. kollaborativ zu gestalten, kann Lernintensität und Involvierung ebenso wie Zielerreichung und Selbststeuerungsfähigkeiten der Studierenden steigern. Wie lässt sich dies erreichen, welche Möglichkeiten gibt es und welche Erfahrungen? Was sagt die Lernwirksamkeitsforschung, was sagen didaktische und pädagogische Theorien dazu?

Je stärker Studierende und Lehrende in einer Lehrveranstaltung interagieren, desto mehr Ungeplantes wird sich ergeben; soviel ist sicher. Gezielt offene Prozesselemente einzubauen ist somit eine von verschiedenen interessanten Vorgehensweisen, um die Einbindung der Studierenden und die Interaktion mit ihnen – on site und/oder online – zu stärken. Andere Einflussmöglichkeiten sind die Art von Aufträgen und insbesondere die Art und Weise, mit den Resultaten derselben umzugehen (auch in großen Gruppen), sowie bestimmte Fragetypen: Offenere und kollaborativere Aufträge, ja sogar gemeinsame Auftragsgestaltung, sowie offenere Fragen führen eher zu Situationen, in denen sich Studierende an der Lehrveranstaltung beteiligen. Aber was ist mit den (gegebenen) Modulzielen und der Stoffmenge?

Das Konzept von Agilität als Prozessgestaltungsform kommt ursprünglich aus der Industrie. Es steuert inspirierende Herangehensweisen bei, um Lehr-/Lernsettings zugleich zielorientiert und offen zu gestalten. Agile Hochschuldidaktik thematisiert, dass es lohnenswert ist, in der Lehre die jeweiligen aktuellen Gegebenheiten, Chancen und Widerstände in der konkreten Situation zu berücksichtigen. Anders gesagt: wenn Lehrpersonen fortlaufend genau wahrnehmen, was bei den Lernenden passiert, und ihr Vorgehen aus dem Moment heraus - durchaus mit einer vorbereiteten Planung und einem »lebendigen Methodenrepertoire« im Hinterkopf - an die Erfordernisse anpassen, dann können Lehr-/Lern-Prozesse besonders intensiv verlaufen. Das bedeutet allerdings auch, dass die Lehrperson den Unterrichtsverlauf teilweise fortlaufend »erfindet«. Wie man die eigenen Fähigkeiten und auch den Mut dazu entfalten kann – und es zugleich nicht übertreibt –, darum geht es in dieser Veranstaltung. Denn die förderlichen Effekte dieses Vorgehens werden seitens der Lernwirksamkeitsforschung bestätigt - unter gewissen Bedingungen.

Der Workshop wird selbst als agiler Prozess gestaltet und gibt den Teilnehmenden dadurch Gelegenheit, diese Herangehensweise zu erleben, kritisch zu beäugen und in individueller Adaption ins eigene Lehrmethodenrepertoire zu integrieren. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, direkt an konkreten Fragen aus dem eigenen Lehralltag zu arbeiten, speziell rund um die Interaktivität und Involvierung der Studierenden.

In einer Vorbereitungsphase verschaffen sich die Teilnehmenden einen Einblick in die Idee "agiler Hochschuldidaktik" und notieren aufkommende Fragen und Anliegen. Diese bilden den Ausgangspunkt für die Arbeit vor Ort.

In der Veranstaltung werden praktische Übungen, Gelegenheiten für eigene Umsetzungen und theoretische Inputs ebenso wie kritische Diskussionen und gemeinsames Weiterdenken am Thema zu einem integralen Kompetenzaufbau zusammengefügt.

Zielgruppe sind Hochschullehrende mit Interesse am Thema und Lust, Neues kennen zu lernen und auszuprobieren sowie eigene Ideen mit einzubringen.

Hinweise:
Der Workshop ist mit einem Zeitaufwand von ca. 1 Stunde vorzubereiten.

Referent/in:
Prof. Dr. Dr. Christof Arn, Hochschuldidaktiker, agiledidaktik.ch, Scharans/Luzern/Berlin

Termin:
  • Donnerstag, 16.09.2021, 09:30 bis 17:00 Uhr bis
  • Freitag, 17.09.2021, 09:30 Uhr - 17:00 Uhr
Ort:
Online-Zoom
Seminaranmeldung voraussichtlich möglich ab: 15.07.2021
Anmeldeschluss: 18.08.2021